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Amsterdam geht schärfer gegen die Folgen des Massentourismus vor, denn die Besucherzahlen steigen weiter. Neue Maßnahmen sollen den Tourismus vor allem in jenen Stadtteilen besser lenken, die besonders stark unter dem Andrang leiden.

Amsterdam zählt zu den beliebtesten Reisezielen Europas und belegt Platz 7 im Ranking der 100 besten Städte der Welt. Jedes Jahr zieht die Stadt Millionen Besucher an. Mit den vielen Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Amsterdam wächst jedoch auch die Sorge vor Massentourismus und dem zunehmenden Druck auf den Alltag der Einwohner.
Die Stadtverwaltung versucht zunehmend, die Vorteile des Tourismus mit den Schwierigkeiten seiner Steuerung in Einklang zu bringen. Hohe Besucherzahlen bedeuten auch hohen Druck. Deshalb nimmt Amsterdam nun einige der größten Belastungen ins Visier, die durch den touristischen Andrang entstehen.
Die Steuererhöhung ist eines der wichtigsten Instrumente, mit denen die Stadt gegen übermäßigen Tourismus vorgehen will. Sie ist der erste Schritt in einem umfassenderen Plan, mit dem Amsterdam das Problem gezielter angehen möchte. Der Fokus verschiebt sich weg von weiterem Wachstum und hin zu stärkerer Kontrolle.
Amsterdam erhebt derzeit eine Touristensteuer von 12,5 % auf Übernachtungen in Hotels und Kurzzeitunterkünften. Das ist bereits der höchste Satz in Europa. Diese Höhe bleibt während des gesamten Jahres 2026 bestehen. Im darauffolgenden Jahr soll der Satz jedoch auf 16 % steigen und anschließend weiter erhöht werden, bis er 20 % erreicht.
Der Stadtrat, das sogenannte college van B&W, wird genau beobachten, ob die höhere Steuer zu einem Rückgang der Besucherzahlen führt. Sollten die touristischen Übernachtungen nicht unter 20 Millionen sinken, sind bis 2030 weitere schrittweise Erhöhungen der Touristensteuer geplant. Die frühestmögliche Erhöhung wird ab dem 1. Januar 2027 erwartet.
Die Steuer wird direkt auf die Kosten der Unterkunft erhoben, darunter Hotels, Pensionen und andere Kurzzeitunterkünfte.
Amsterdam setzt Regeln in stark frequentierten Teilen des Stadtzentrums konsequenter durch, darunter in De Wallen und den umliegenden Ausgehvierteln. Für Reisende bedeutet das strengere Vorgaben, mit denen Belästigungen und Gedränge an einigen der meistbesuchten touristischen Hotspots der Stadt reduziert werden sollen. Geführte Gruppen werden nun auf maximal 15 Teilnehmer begrenzt. Kleinere Gruppen ab 4 Personen können ebenfalls eine Sondergenehmigung benötigen, eine sogenannte „ontheffing“.
Im Viertel De Wallen, besser bekannt als Rotlichtviertel, haben die Behörden bereits alle Arten von geführten Touren durch Straßen mit Prostitutionsfenstern verboten und die Kontrolle organisierter Kneipentouren verschärft. Zusätzlich werden mehr Ordnungskräfte, vorübergehende Straßensperrungen zu Stoßzeiten und sogenannte Hosts eingesetzt, um die Besucherströme besser zu steuern.
Diese Maßnahmen sind Teil des umfassenderen städtischen Programms „City Centre Approach“. Es soll den Druck in bestimmten Bereichen verringern, indem gesteuert wird, wie sich Reisende durch das Gebiet bewegen, und indem in den am stärksten überfüllten Teilen der Amsterdamer Innenstadt strengere Regeln durchgesetzt werden.
Wenn du eine Kreuzfahrt nach Amsterdam planst, solltest du bereits jetzt mit Änderungen rechnen, die beeinflussen, wie Schiffe die Stadt anlaufen.
Ab 2026 wird die Zahl der Anläufe von Hochseekreuzfahrtschiffen auf 100 pro Jahr begrenzt, statt bisher rund 190. Am Passagierterminal Passenger Terminal Amsterdam darf dann nur noch ein großes Kreuzfahrtschiff pro Tag anlegen. Ab 2027 müssen Schiffe während der Liegezeit außerdem Landstrom nutzen, statt ihre Motoren laufen zu lassen.
Darüber hinaus arbeitet die Stadt an langfristigen Plänen, nach denen das Kreuzfahrtterminal bis 2035 aus dem Stadtzentrum verlegt werden könnte. Damit würden Ankünfte aus dem am stärksten belasteten Bereich heraus verlagert. Diese Änderungen sollen die durch Kreuzfahrtankünfte verursachten Belastungsspitzen reduzieren und Besuche gleichmäßiger über das Jahr verteilen.
Hotelaufenthalte in Amsterdam dürften teurer werden, sobald die neuen Steueränderungen greifen. Kombiniert man die städtische Touristensteuer von 12,5 % mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Unterkünfte auf 21 % ab 2026, liegt die gesamte Steuerbelastung für Hotelaufenthalte bei rund 33,5 %.
Diese höheren Kosten werden sich direkt in den Übernachtungspreisen von Hotels, Hostels, B&Bs und Kurzzeitunterkünften bemerkbar machen. Bei längeren Aufenthalten summiert sich der Betrag schnell, da die Abgabe pro Nacht anfällt.
In der Praxis werden Reisende die Auswirkungen bei allen Arten von Unterkünften spüren, die unter das städtische System der Touristensteuer fallen.