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Botswana hat die Gesetze aus dem Strafgesetzbuch gestrichen, die homosexuelle Beziehungen unter Strafe stellten. Das ist ein historischer Fortschritt, auch wenn es weiterhin sinnvoll ist, den lokalen Kontext mit etwas Vorsicht zu betrachten.

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Wenn du an eine Reise nach Botswana denkst, kommen dir wahrscheinlich zuerst Safaris und einige der spektakulärsten Landschaften im südlichen Afrika in den Sinn. Für viele LGBTQ+-Reisende bringt die Wahl eines Reiseziels jedoch auch andere Fragen mit sich: ob sie als Paar unbeschwert reisen können, wie sie in Hotels oder bei Touren aufgenommen werden und wie groß der Unterschied zwischen der Rechtslage und der Situation vor Ort ist.
Mit der Streichung der Vorschriften, die homosexuelle Beziehungen kriminalisierten, festigt Botswana einen Wandel, den die Gerichte des Landes bereits vor einigen Jahren angestoßen hatten. Dennoch bedeutet der rechtliche Fortschritt nicht, dass alle Umfelder gleichermaßen offen sind. Vor der Reise ist es daher weiterhin sinnvoll, den gesellschaftlichen Kontext zu verstehen und zu wissen, was ein gleichgeschlechtliches Paar während der Reise erwarten kann.
Botswana hat die Bestimmungen aus dem Strafgesetzbuch gestrichen, die einvernehmliche homosexuelle Beziehungen bestraften. Auch wenn die Nachricht aktuell klingen mag, hatte sich der rechtliche Wandel schon seit Jahren abgezeichnet: 2019 erklärte der High Court Botswanas die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen für verfassungswidrig, und 2021 bestätigte das Berufungsgericht diese Entscheidung.
Neu ist nun, dass diese aus der Kolonialzeit stammenden Vorschriften auch aus dem Gesetzestext verschwinden. Das heißt: Im Strafgesetzbuch stehen keine Bestimmungen mehr, die die Gerichte zuvor als Verstoß gegen Rechte wie Würde, Privatsphäre und Gleichheit bewertet hatten. Einfach gesagt: Botswana „legalisiert“ Homosexualität nicht erst jetzt von Grund auf, sondern schließt den Prozess der Entkriminalisierung ab und beseitigt einen Widerspruch, der weiterhin in der Gesetzgebung bestand.
Aus rechtlicher Sicht ist Botswana heute ein sichereres Reiseziel für LGBTQ+-Reisende als Länder, in denen homosexuelle Beziehungen weiterhin strafbar sind. Und dabei geht es nicht um Einzelfälle: Mehr als 60 Länder kriminalisieren weiterhin einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Menschen desselben Geschlechts, wie die im Mai 2026 aktualisierten Karten von ILGA World zeigen.
Die Streichung dieser Bestimmungen verringert die rechtliche Unsicherheit und sendet ein klares Signal: Einvernehmliche Beziehungen zwischen erwachsenen Menschen desselben Geschlechts dürfen nicht mehr als Straftat behandelt werden.
Wie so oft gehen Theorie und Praxis jedoch nicht immer Hand in Hand. In Botswana kann, wie in vielen anderen Reisezielen, die gesellschaftliche Akzeptanz je nach Region, Umfeld und Art der Begegnung unterschiedlich ausfallen. In Städten wie Gaborone, der Hauptstadt, oder auf etablierten touristischen Routen kann mehr Offenheit herrschen, während in ländlichen Gebieten oder konservativeren Gemeinschaften mehr Zurückhaltung ratsam ist.
Für gleichgeschlechtliche Paare bedeutet die Reform eine wichtige Veränderung: Eine gemeinsame Reise nach Botswana steht nicht mehr im Schatten eines Gesetzes, das homosexuelle Beziehungen kriminalisierte. Das gibt mehr Sicherheit, besonders bei der Buchung von Unterkünften, beim Reisen durch das Land oder bei touristischen Aktivitäten.
Trotzdem ist in besonders sichtbaren Situationen eine gewisse Vorsicht sinnvoll. Das Land befindet sich schrittweise in einem gesellschaftlichen Wandel, aber dieser Prozess braucht Zeit, und öffentliche Zuneigungsbekundungen wie Küssen oder Händchenhalten können Aufmerksamkeit erregen. In der Praxis ist es am hilfreichsten, ähnlich vorzugehen wie in anderen Reisezielen, in denen die lokale Kultur eher zurückhaltend ist: die Umgebung beobachten, Unterkünfte mit guten Bewertungen wählen und nicht davon ausgehen, dass alle Orte gleichermaßen offen sind.
Auch wenn sich die Gesetzeslage geändert hat, kann die Erfahrung von LGBTQ+-Reisenden stark davon abhängen, bei wem sie buchen. In einem Reiseziel wie Botswana, wo ein großer Teil der Reise häufig über Lodges, Safaris, Transfers und lokale Agenturen organisiert wird, ist die Wahl der richtigen Anbieter fast genauso wichtig wie die Wahl der Route.
Vor der Buchung solltest du prüfen, ob die Unterkunft oder Agentur klare Antidiskriminierungsrichtlinien kommuniziert, ob sie auf Anfragen gleichgeschlechtlicher Paare selbstverständlich reagiert und ob es aktuelle Bewertungen anderer LGBTQ+-Reisender gibt. Es kann auch hilfreich sein, direkt mit der Lodge oder dem Reiseveranstalter Kontakt aufzunehmen, wenn du als Paar reist und unangenehme Situationen bei der Ankunft vermeiden möchtest.
Das bedeutet nicht, dass du vor jeder Buchung persönliche Erklärungen abgeben musst. Es geht vielmehr darum, auf Anzeichen von Professionalität und Respekt zu achten. Ein guter Reiseanbieter sollte alle Reisenden selbstverständlich behandeln, aber eine kurze Prüfung vorab kann Missverständnisse während der Reise vermeiden.
Die Rechtsreform ist ein positives Signal, aber eine gute Reisevorbereitung bleibt wichtig. Diese Tipps können dir helfen, dich vor Ort sicherer zu bewegen:
Man sollte geduldig bleiben. Die Reform macht Botswana nicht automatisch zu einem perfekten Reiseziel für LGBTQ+-Reisende, markiert aber einen klaren Wendepunkt in einem Land, in dem eine einvernehmliche Beziehung zwischen zwei erwachsenen Menschen desselben Geschlechts noch vor wenigen Jahren mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden konnte. Heute bietet Botswana mehr rechtliche Klarheit und grenzt sich von anderen Reisezielen ab, in denen homosexuelle Beziehungen weiterhin strafbar sind.
Trotzdem hängt die Erfahrung vor Ort auch vom konkreten Ort, von der Unterkunft, vom Reiseveranstalter und von alltäglichen Begegnungen ab. Botswana ist heute ein LGBTQ+-freundlicheres Reiseziel als früher, aber es bleibt empfehlenswert, informiert zu reisen, touristische Anbieter sorgfältig auszuwählen und das eigene Verhalten an den lokalen Kontext anzupassen.