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Die EU will ihre Zone ohne Roamingaufschläge auf Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien ausweiten. In diesem Sommer ändert sich noch nichts, doch Roaminggebühren zwischen der EU und dem Westbalkan könnten künftig verschwinden.

Die Europäische Kommission gab am 25. Februar 2026 bekannt, dass sie Verhandlungen mit den Westbalkanpartnern aufnehmen will, um sie in die roamingfreie Zone der EU einzubinden. Für alle, die regelmäßig etwa zwischen Sarajevo und Wien oder zwischen Belgrad und Berlin unterwegs sind, ist das eine der eher leisen Telekom-Nachrichten des Jahres - aber eine, die im Alltag spürbare Folgen haben könnte.
Hier geht es darum, was tatsächlich vorgeschlagen wurde, warum das wichtig ist und was du schon jetzt für deine Verbindung tun kannst, während die rechtliche Arbeit erst beginnt.
Der Vorschlag ist ein grünes Licht für den Beginn von Verhandlungen, kein Schalter, der sofort umgelegt wird. Die Kommission hat ein Mandat beantragt, um Gespräche mit jedem der Partner aufzunehmen - Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien -, damit sie in den Rahmen von „Roam Like at Home“ (RLAH) einbezogen werden können.
Das Ziel lässt sich einfach beschreiben: Sobald die Abkommen mit jedem Land abgeschlossen sind und jedes Land seine Vorschriften vollständig an die Roamingverordnung der EU angepasst hat, könnten Menschen, die zwischen der EU und dem Westbalkan reisen, zu ihren normalen Inlandstarifen telefonieren, SMS verschicken und mobile Daten nutzen.
Genau dieser letzte Punkt ist entscheidend. Es wäre nicht nur ein Vorteil für Menschen aus dem Westbalkan, die in die EU reisen - es würde in beide Richtungen gelten. Auch Reisende aus der EU, die ihren Urlaub an der montenegrinischen Küste verbringen oder für einen Auftrag in Belgrad arbeiten, würden ihr Handy so nutzen wie zu Hause.
Roamingreformen klingen normalerweise nach einem trockenen, technischen Thema. In dieser Region ist das anders, denn der Westbalkan hat eine der reiseintensivsten Verbindungen zur EU auf dem Kontinent. Große Diaspora-Gemeinschaften leben und arbeiten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien und reisen regelmäßig nach Hause. Grenzüberschreitender Handel, Tourismus und familiäre Bindungen sorgen dafür, dass bezahlbare Mobilfunknutzung auf beiden Seiten der Grenze für viele Menschen mehrmals im Jahr direkt im Geldbeutel spürbar ist.
Noch ist diese Verbindung mit Kosten verbunden. Die Länder des Westbalkans nutzen bereits kostenloses Roaming untereinander - ein regionales Abkommen namens „Roaming Free Western Balkans“ gilt seit Juli 2021. Eine bosnische SIM-Karte funktioniert also in Serbien oder Nordmazedonien zu Inlandstarifen. Die teure Lücke war bisher immer der Schritt über die EU-Grenze.
Diese Lücke wird langsam kleiner, bisher allerdings auf freiwilliger Basis. Beim EU-Westbalkan-Gipfel in Tirana im Dezember 2022 unterzeichneten 38 Telekommunikationsanbieter von beiden Seiten eine Roaming-Erklärung, und die ersten spürbaren Preissenkungen traten am 1. Oktober 2023 in Kraft.
Der Mechanismus bestand aus schrittweise sinkenden Preisobergrenzen für Daten. Der maximale Endkundenpreis für ein Gigabyte im Roaming wurde ab Oktober 2023 auf 18 Euro festgelegt, sank 2026 auf 14 Euro und soll 2028 bei 9 Euro liegen. Das erklärte Ziel ist, sich mit der Zeit den Inlandspreisen anzunähern, begleitet von jährlichen Überprüfungen.
Der Schritt in Richtung Westbalkan kommt nicht aus dem Nichts. Die roamingfreie Zone der EU wächst seit einiger Zeit an ihren Rändern.
Am 1. Januar 2026 wurden die Ukraine und Moldau offiziell in Roam Like at Home aufgenommen, nachdem der Rat die Entscheidung im Juli 2025 angenommen hatte. EU-Bürgerinnen und -Bürger können ihre Handys nun in der Ukraine und in Moldau nutzen, und Besucherinnen und Besucher aus der Ukraine und Moldau in der EU - ohne zusätzliche Gebühren, genau wie zu Hause. Der EU-Telekomregulierer BEREC hat seine Roaming-Leitlinien für 2026 bereits angepasst, um diese geografische Erweiterung zu berücksichtigen.
Zusammen mit der schon lange bestehenden Einbindung von Island, Liechtenstein und Norwegen ist die Richtung klar: Die EU erweitert Schritt für Schritt den Kreis der Länder, in denen dein Handy einfach zu Inlandstarifen funktioniert. Der Westbalkan ist der nächste und größte Kandidat.
Hier sollte man die Erwartungen realistisch halten. Ein Vorschlag zur Aufnahme von Verhandlungen ist der erste Schritt in einem mehrstufigen Prozess. Die Gespräche müssen genehmigt werden, mit jedem der fünf Partner müssen einzelne Abkommen geschlossen werden, und jedes Land muss seine nationalen Vorschriften vollständig an die Roamingverordnung der EU anpassen, bevor die Vorteile greifen.
Die Kommission hat kein festes Datum genannt, und es gibt keinen Grund, mit einem schnellen Abschluss zu rechnen. Auch der Beitritt der Ukraine und Moldaus zur Zone zog sich über mehrere Jahre hin. Anders gesagt: Für die mittlere Frist ist das wirklich eine gute Nachricht, aber für die Reisesaison 2026 wird sie noch keine Roamingrechnung senken.
Bis Roam Like at Home vollständig greift, lohnt sich Planung weiterhin. Während Brüssel die Formalitäten abarbeitet, funktionieren aktuell vor allem diese Optionen:
Unterm Strich: Die EU hat deutlich gemacht, dass Roamingaufschläge zwischen dem Block und dem Westbalkan auf absehbare Zeit verschwinden sollen. Noch sind sie aber nicht weg - deshalb lohnt sich für diesen Sommer ein wenig Planung weiterhin.