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Im April 2026 erhöhten die größten US-Fluggesellschaften ihre Gebühren für Aufgabegepäck fast im Gleichschritt. Was sich geändert hat, warum es so schnell ging und wie Reisende ihre Kosten vor dem Flug senken können.

Wenn Sie kürzlich einen Flug gebucht und festgestellt haben, dass die Gepäckgebühren höher sind, als Sie sie in Erinnerung hatten, täuschen Sie sich nicht. Innerhalb von rund zwei Wochen im April 2026 haben praktisch alle großen US-Fluggesellschaften still und leise ihre Gebühren für Aufgabegepäck erhöht — einige um 10 US-Dollar, andere noch stärker.
Die Erhöhungen kamen schnell, folgten dicht aufeinander, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie vor dem Sommer wieder sinken. Hier erfahren Sie, was tatsächlich dahintersteckt, welche Airlines ihre Gebühren erhöht haben und was Sie dagegen tun können.
Die kurze Antwort lautet: wegen der Treibstoffkosten. Viele US-Fluggesellschaften erhöhten ihre Gebühren im März und April 2026 um rund 10 US-Dollar; mehrere dieser Erhöhungen wurden mit steigenden Treibstoffkosten in Verbindung gebracht.
Anfang April 2026 lag der Durchschnittspreis für Kerosin in wichtigen US-Märkten bei fast 4,88 US-Dollar pro Gallone. Vor Beginn des Konflikts waren es noch rund 2,50 US-Dollar. Für Fluggesellschaften ist Treibstoff in der Regel nach den Personalkosten der zweitgrößte operative Kostenblock. Wenn sich dieser Preis also nahezu verdoppelt, muss die Differenz irgendwo aufgefangen werden.
Nach Einschätzung des Luftfahrtanalysten Robert Mann Jr. erhöhen Airlines lieber Zusatzgebühren, die erst nach der Buchung anfallen, statt die Ticketpreise anzuheben und potenzielle Kunden schon bei der Suche durch einen höheren Endpreis abzuschrecken. „JetBlue hat den Anfang gemacht, der frühere Partner United zog innerhalb von 48 Stunden nach, und andere werden wahrscheinlich folgen, nachdem sie dieses Gebührenmodell angenommen haben“, sagte Mann.
Hinzu kommt ein finanzieller Anreiz in der Struktur selbst: Fluggesellschaften erhöhen Gepäckgebühren unter anderem lieber als Flugpreise, weil Gepäckgebühren nicht der bundesweiten Verbrauchsteuer von 7,5% unterliegen, die auf Inlandstickets erhoben wird.
Die Erhöhungen erfolgten über etwa zwei Wochen hinweg Airline für Airline, doch die Richtung war überall dieselbe.
Die höheren Gepäckgebühren sind der sichtbarste Teil eines breiteren Trends, der sich seit Jahren verstärkt. Weltweit sollten Fluggesellschaften im Jahr 2025 voraussichtlich einen Rekordwert von 157 Milliarden US-Dollar an Zusatzerlösen erzielen, also mehr als doppelt so viel wie die 67,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016.
Zusatzerlöse, zu denen Gepäckgebühren, Sitzplatzwahl, Bordverkäufe sowie Provisionen aus Hotels, Mietwagen und Co-Branding-Kreditkarten gehören, sollten 2025 15,7% der gesamten Airline-Einnahmen ausmachen. 2016 waren es noch nur 9,1%.
Laut dem jüngsten Finanzausblick der IATA dürften Fluggesellschaften im Jahr 2026 rund 145 Milliarden US-Dollar mit Zusatzleistungen und anderen Erlösen außerhalb des reinen Ticketverkaufs erzielen. Das wäre ein Plus von mehr als 5% gegenüber dem Vorjahr und ein weiter wachsender Anteil an den Gesamteinnahmen.
Diese Praxis, in der Branche als Unbundling bekannt, bedeutet, dass immer mehr Leistungen, die früher im Ticketpreis enthalten waren, inzwischen extra kosten. Gepäck, Sitzplatzwahl, Priority Boarding, Mahlzeiten auf kürzeren Strecken: All das war früher inbegriffen oder zumindest nahezu selbstverständlich. Heute erscheint es als eigene Position auf der Rechnung.
Die Erhöhungen gelten nicht für alle. Die meisten Airlines erlassen bestimmten Passagieren weiterhin die Gepäckgebühren.
Der schnellste Umweg ist meist eine Co-Branding-Kreditkarte der jeweiligen Fluggesellschaft. Die meisten großen Airlines bieten inzwischen mindestens eine Karte an, mit der die Gebühr für das erste aufgegebene Gepäckstück auf Inlandsflügen entfällt. Viele weiten diesen Vorteil zudem auf weitere Passagiere derselben Buchung aus.
Da die Weltmeisterschaft in diesem Sommer Millionen zusätzlicher Reisender in die USA, nach Kanada und Mexiko bringen wird, kommt der Zeitpunkt dieser Erhöhungen besonders ungünstig. Wenn Sie in eine der Gastgeberstädte fliegen, sollten Sie die neuen Gepäckgebühren in Ihr tatsächliches Reisebudget einrechnen — nicht nur den Ticketpreis, der in der Suche angezeigt wird.
Bei einer solchen Reise sollten Sie die neuen Gepäckgebühren also in Ihr reales Budget einplanen und zusätzlich auf die Betrugswelle achten, die große Sportereignisse häufig begleitet.