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Piloten auf Linienflügen über Osteuropa, den Nahen Osten und Asien haben während des Fluges mit GPS-Störungen zu kämpfen.

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Während eines Fluges am 21. Mai überflog der britische Verteidigungsminister John Healey Estland, als der Transponder des Flugzeugs fälschlicherweise anzeigte, die Maschine befinde sich über russischem Staatsgebiet - rund 300 Kilometer von ihrer tatsächlichen Position entfernt.
Verursacht wurde dieses Phänomen durch GPS-Spoofing: Funksignale, die das vom Flugzeug genutzte satellitengestützte GPS-Signal imitieren und - da sie in großer Zahl vom Boden aus ausgestrahlt werden - stark genug sind, die echten GPS-Signale zu überlagern.
Nach Angaben des Luftfahrtberatungsunternehmens SkAI Data Services übermittelten rund 100 Passagierflugzeuge, die das Gebiet überflogen, aufgrund von GPS-Spoofing falsche Positionsdaten.
Berichte von Flugverfolgungsdiensten und Piloten zeigen übereinstimmend, dass die Störungen nicht zufällig verteilt auftreten, sondern sich auf bestimmte Luftverkehrskorridore konzentrieren. Nach Angaben von SkAI Data Services waren zwischen Januar und April 2026 vor allem folgende kommerzielle Flugrouten betroffen:

Piloten beschreiben verschiedene Arten von Anomalien, die bei solchen Vorfällen auftreten. Eine der häufigsten ist der sogenannte map shift, bei dem die auf dem Bildschirm angezeigte Position des Flugzeugs um mehrere Kilometer von seiner tatsächlichen Flugroute abweicht.
In anderen Fällen zeigen die Systeme mitunter absurde Geschwindigkeiten oder Positionen an, etwa Flugzeuge, die scheinbar stillstehen oder sich mit unmöglicher Geschwindigkeit bewegen.
Gemeldet wurden außerdem falsche Warnungen vor gefährlicher Bodennähe, sogenannte Warnmeldungen wie Terrain ahead. Pull up!, die ohne reale Gefahr ausgelöst werden und im Cockpit für Verwirrung sorgen.
Auch wenn Flugzeuge nicht ausschließlich auf GPS angewiesen sind, wirken sich solche Störungen auf zahlreiche integrierte Systeme aus. Dadurch müssen Piloten auf alternative Navigationsmethoden zurückgreifen und die Situation stärker manuell überwachen.
GPS ist nicht nur für die Navigation relevant, sondern auch mit zahlreichen Systemen des Flugzeugs verbunden: internen Uhren, Wetterradaren, Steuerungssystemen und digitaler Kommunikation.
Wird das Signal gefälscht, betrifft das Problem nicht mehr nur die Position, sondern auch die Konsistenz der Daten. Die Systeme beginnen, widersprüchliche Informationen auszugeben, sodass Piloten fortlaufend mehrere Quellen überprüfen müssen.
In der Luftfahrtbranche wächst deshalb die Sorge, dass das Vertrauen in automatisierte Systeme verloren gehen könnte, die seit Jahrzehnten als Standard der modernen Luftfahrt gelten.
Über die technischen Aspekte hinaus machen sich die tatsächlichen Auswirkungen im täglichen Betrieb der Fluggesellschaften bemerkbar. Werden Störungen erkannt, vergrößert die Flugsicherung aus Sicherheitsgründen in der Regel die Abstände zwischen den Flugzeugen, wodurch optimierte Routen, etwa organisierte transatlantische Streckensysteme, möglicherweise nicht genutzt werden können.
Das führt zu:
In einigen Fällen müssen Piloten teilweise auf GPS verzichten und auf ältere Navigationssysteme zurückgreifen, wobei sie Kompasse, Radare und bodengestützte Navigationshilfen miteinander kombinieren.
Diese operativen Schwierigkeiten kommen zu den jüngsten Flugausfällen infolge der Ölkrise hinzu, von der die Luftfahrtbranche derzeit betroffen ist.