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Weil im Inneren moderner Geräte jeder Millimeter zählt, wird inzwischen selbst die SIM-Karte neu gedacht. Die iSIM braucht keine eigene SIM-Hardware mehr, sondern verlagert die Verbindungsfunktion direkt in den Prozessor.

Die SIM war immer so etwas wie ein Schlüssel, der dem Netz bestätigt, dass du dich verbinden darfst. Erst war dieser Schlüssel eine Plastikkarte, dann wurde er zu einem digitalen Profil, und jetzt wandert er mit der iSIM direkt in den Prozessor des Smartphones.
Hier ist ein kurzer Überblick über die Entwicklung der SIM-Karte:
Eine iSIM übernimmt die Aufgabe, die eine SIM schon immer hatte, und verlagert sie in den Hauptprozessor des Smartphones, in einen gesperrten und geschützten Bereich. Dadurch braucht das Gerät keinen separaten SIM-Chip mehr. Wie das Sicherheitsunternehmen Thales erklärt, benötigt eine eSIM weiterhin einen eigenen, dafür vorgesehenen Chip. Eine iSIM integriert diese Funktion dagegen direkt in den Prozessor und macht separaten Platz für die SIM vollständig überflüssig.
Wichtig ist: Eine iSIM funktioniert nach denselben Regeln wie eine eSIM. Sie erfüllt dieselben GSMA-Spezifikationen und lässt sich deshalb auf dieselbe Weise aus der Ferne einrichten. Für Nutzer ist genau das der entscheidende Punkt: Am Kauf oder an der Installation eines Datentarifs ändert sich nichts.
Das ist keine Idee, die irgendwo im Labor geblieben ist. Vodafone, Qualcomm und Thales demonstrierten bereits im Januar 2022 das weltweit erste Smartphone mit iSIM. Anfang 2023 stellten Qualcomm und Thales dann die weltweit erste GSMA-zertifizierte iSIM auf einer Snapdragon-Mobilplattform vor und machten damit den Weg für kommerzielle Geräte frei. Spezialanbieter wie Kigen liefern inzwischen die iSIM-Software, die in Chipsätze und Module integriert wird. Analysten weisen zudem darauf hin, dass große Netzbetreiber - darunter AT&T, Vodafone und Deutsche Telekom - für iSIM sogar noch mehr Interesse zeigen als zuvor für eSIM.
Die ersten Entwicklungen finden allerdings eher bei Maschinen statt, nicht bei Smartphones. Die Technologie spielt ihre Stärken besonders in kleinen Geräten aus, bei denen jeder Millimeter und jeder Cent zählt. Deshalb konzentriert sich die erste Welle stark auf IoT - Sensoren, Tracker, vernetzte Autos und Wearables.
Der Reiz ist einfach: Wenn ein Bauteil wegfällt, spart das Platz und Kosten. Werden SIM, Prozessor und Funkmodul in einer Einheit zusammengeführt, sinken der Platzbedarf auf der Leiterplatte, die Zahl der Teile, die ein Hersteller einkaufen muss, und die Produktionskosten deutlich. Der frei werdende Raum kann für einen größeren Akku oder ein dünneres Design genutzt werden. Und die Einsparungen summieren sich schnell, wenn Millionen Geräte produziert werden.
Außerdem ermöglicht die iSIM Geräte, die ohnehin nie einen SIM-Schacht bekommen hätten - Smartwatches, Ohrhörer, Kameras oder Drohnen. Dadurch können deutlich mehr Geräte ihre eigene Verbindung ins Netz mitbringen.
Sehr groß. Counterpoint Research erwartet, dass zwischen 2024 und 2030 mehr als 9 Milliarden eSIM- und iSIM-fähige Geräte ausgeliefert werden. iSIM-fähige Geräte sollen dabei am schnellsten wachsen - mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 160% in diesem Zeitraum.
Mit Blick auf die Jahre danach prognostiziert Counterpoint, dass die iSIM nach 2028 zur vorherrschenden SIM-Form wird und die kumulierten Auslieferungen bis 2030 rund 4 Milliarden erreichen. ABI Research geht davon aus, dass die Auslieferungen eSIM-fähiger Geräte im Jahr 2026 633 Millionen überschreiten werden, angetrieben durch die Verbreitung chinesischer Smartphones und die Einführung des neuen, auf Maschinen ausgerichteten eSIM-Standards. Anders gesagt: Die physische SIM ist klar auf dem Weg in den Ruhestand.
Für alle, die reisen, ist genau das der wichtigste Teil. Deshalb lohnt es sich, klar zu trennen, was sich ändert und was nicht.
Apple ist auf diesem Weg bereits weit vorangeschritten: Das bisher dünnstete iPhone wurde auf 5,6 mm verschlankt, indem es vollständig auf die SIM-Karte verzichtet.
Die Quintessenz: Die iSIM ist die SIM, die im Chip verschwindet. Heute musst du deswegen nichts tun. Und wenn sie kommt, wirst du es wahrscheinlich kaum bemerken - abgesehen davon, dass dein Smartphone etwas dünner ist, der SIM-Schacht fehlt und deine Reisedaten weiterhin mit einem Fingertipp geladen werden.