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Innerhalb weniger Monate hat Russland WhatsApp gesperrt, den Zugang zu YouTube nahezu vollständig unterbunden, begonnen, Telegram zu drosseln, und die Maßnahmen gegen VPN-Dienste sowie ausländische SIM-Karten verschärft. Wenn du dieses Jahr nach Russland reist, wird dein Smartphone nicht so funktionieren, wie du es gewohnt bist. Hier erfährst du sachlich und verständlich, was gesperrt ist, wie es dazu kam und wie du trotzdem in Verbindung bleiben kannst - ohne politische Kommentare.

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Messenger, Videodienste oder ein schneller Blick auf die Karte - Anwendungen, die für viele zur Grundausstattung auf Reisen gehören - funktionieren in Russland nicht mehr wie gewohnt. Am 12. Februar 2026 bestätigte der Kreml die Sperrung von WhatsApp. Wie CNN berichtete, erklärte Sprecher Dmitri Peskow, die Entscheidung sei wegen der Nichteinhaltung russischer Gesetze durch die App „getroffen und umgesetzt“ worden.
Bereits einige Tage zuvor hatten die Behörden YouTube aus dem russischen DNS entfernt und begonnen, Telegram zu drosseln. Dabei handelt es sich weder um eine vorübergehende Störung noch um ein Problem mit der Netzabdeckung. Dahinter stehen gezielte Maßnahmen - und sie verändern, wie sich Reisende vor dem Abflug vorbereiten müssen.
Im Frühjahr 2026 ist die Liste der Dienste, die nicht mehr normal funktionieren, lang:
Die Einschränkungen wurden nicht über Nacht eingeführt. Facebook und Instagram wurden im März 2022 gesperrt. Im Laufe des Jahres 2024 konzentrierten sich die Maßnahmen auf VPN-Dienste und kleinere Apps. Im Januar 2025 führte Russland die Vorgabe ein, dass jede inländische SIM-Karte mit einem staatlichen Identitätskonto verknüpft sein muss. Millionen nicht registrierte Karten wurden daraufhin deaktiviert.
Im Oktober 2025 folgte die Regelung für ausländische SIM-Karten - dazu weiter unten mehr. Im Dezember wurde FaceTime gesperrt. Anschließend wurden innerhalb weniger Wochen Anfang 2026 die wichtigsten verbliebenen Dienste fast gleichzeitig gesperrt oder erheblich eingeschränkt: WhatsApp, YouTube und Telegram. Wie The Moscow Times berichtet, wird das Netz der Beschränkungen weiter ausgeweitet. Werbung auf all diesen Plattformen gilt inzwischen ebenfalls als rechtswidrig.
Auf den ersten Blick scheint die Lösung einfach zu sein: Vor dem Abflug eine ausländische Reise-eSIM kaufen und nach der Ankunft mobile Daten nutzen, ohne sich über hohe Roamingkosten Gedanken machen zu müssen. In dieser Hinsicht kann eine eSIM tatsächlich helfen - sie ermöglicht eine Datenverbindung, ohne dass unerwartet hohe Gebühren entstehen.
Das zweite Problem löst sie jedoch nicht: die Sperrung von Apps und Online-Diensten. Eine Reise-eSIM nutzt weiterhin russische Mobilfunknetze und unterliegt damit genau denselben Beschränkungen wie eine lokale SIM-Karte. Allein durch ihre Installation werden WhatsApp oder YouTube also nicht plötzlich wieder erreichbar.
Für den Zugriff auf gesperrte Apps wäre ein VPN erforderlich. Genau darin liegt das Problem, denn Russland geht inzwischen auch massiv gegen VPN-Dienste vor. Wie Nadanada, eine Website für Reise-eSIMs, erklärt, besteht die bestmögliche Lösung aus einer ausländischen eSIM für mobile Daten und einem VPN für gesperrte Apps. Eine Garantie, dass eines von beiden funktioniert, gibt es jedoch nicht. Was in einer Woche noch funktioniert, kann bereits in der nächsten unbrauchbar sein.
All das bedeutet nicht zwangsläufig, dass du vollständig vom Netz abgeschnitten sein wirst. Du solltest dich jedoch so vorbereiten, als wären deine gewohnten Apps nicht verfügbar.
Russland baut ein System auf, das Beobachter als „digitalen Eisernen Vorhang“ bezeichnen, und die Entwicklung geht eindeutig in Richtung stärkerer, nicht geringerer Einschränkungen. Für Besucher ist die Schlussfolgerung einfach und rein praktisch: Gehe davon aus, dass die Apps, auf die du dich normalerweise verlässt, möglicherweise nicht funktionieren, und bereite Offline-Alternativen vor, bevor du die Grenze überquerst - nicht erst danach.