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30 Jahre lang war der kleine Einschub an der Seite des Smartphones selbstverständlich. Jetzt verschwindet er still und leise. Apples dünnstes iPhone wird weltweit ohne SIM-Kartenfach verkauft, auch der US-Pixel 10 verzichtet darauf, und die Mobilfunkanbieter versuchen, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Wir zeigen, wo eSIM-only-Smartphones im Jahr 2026 stehen, welches Land weiterhin eine Ausnahme bildet und warum besonders Reisende aufmerksam sein sollten.

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Wer in diesem Jahr ein neues Smartphone kauft, muss zunehmend damit rechnen, dass es überhaupt keinen Steckplatz für eine physische SIM-Karte mehr hat. Was als vorsichtiger, auf die USA begrenzter Versuch begann, ist inzwischen zur klaren Richtung für die gesamte Branche geworden - und 2026 hat dieser Wandel endgültig die internationalen Märkte erreicht. Im Alltag fällt das den meisten Nutzern kaum auf. Relevant wird es häufig erst auf Reisen: etwa dann, wenn du nach der Landung wie gewohnt eine lokale SIM-Karte nutzen möchtest, sie aber nicht mehr einfach in dein Smartphone einlegen kannst.
Eine eSIM ist eine SIM-Karte, die digital in dein Smartphone integriert ist, anstatt als herausnehmbarer Chip eingesetzt zu werden. Statt ein Stück Plastik in das Gerät einzulegen, lädst du das Profil eines Mobilfunkanbieters herunter - meist durch das Scannen eines QR-Codes - und kannst anschließend das Mobilfunknetz nutzen. Die meisten Smartphones der vergangenen Jahre unterstützen eine eSIM parallel zu einer physischen SIM-Karte, sodass du zwei Leitungen gleichzeitig verwenden kannst.
„eSIM-only“ ist der nächste Schritt: Das physische Kartenfach entfällt vollständig. Alles muss digital eingerichtet werden. Es gibt keine Karte mehr, die du einlegen kannst - und vor allem auch keine, auf die du im Notfall zurückgreifen könntest.
Apple treibt diesen Wandel maßgeblich voran. Bereits 2022 verkaufte das Unternehmen mit dem iPhone 14 erstmals iPhones ohne SIM-Kartenfach in den USA. Mit der aktuellen iPhone-17-Reihe wurde dieses Konzept auf weitere Märkte ausgeweitet: Laut MacRumors sind das iPhone 17, 17 Pro und 17 Pro Max inzwischen in 12 Ländern ausschließlich mit eSIM erhältlich, u. a. in den USA, Kanada, Mexiko, Japan, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait, Oman und Bahrain. In allen anderen Ländern verfügen diese Modelle weiterhin über ein SIM-Kartenfach.
Der eigentliche Meilenstein ist jedoch das ultradünne iPhone Air, das weltweit ausschließlich mit eSIM funktioniert. Es ist das erste iPhone, das praktisch auf allen Märkten ohne SIM-Kartenfach verkauft wird, nicht nur in den USA. Apple zufolge schafft der Verzicht auf das Kartenfach im Inneren mehr Platz für einen größeren Akku - beim iPhone 17 Pro verspricht das Unternehmen bis zu 30 Stunden Videowiedergabe - und erhöht die Sicherheit, da sich eine eSIM nicht physisch aus einem verlorenen oder gestohlenen Smartphone entfernen lässt.
Android bewegt sich in dieselbe Richtung, allerdings vorsichtiger. eSIM-Unterstützung gehört bei Googles Pixel-Reihe - seit dem Pixel 3 - und bei Samsungs Galaxy-Modellen - seit dem Galaxy S20 - inzwischen zum Standard. Der Unterschied: Die meisten Geräte verfügen weiterhin über ein Kartenfach, mit einer bemerkenswerten Ausnahme: Die US-Version des Pixel 10 funktioniert ausschließlich mit eSIM und folgt damit Apples Ansatz. Bislang sind Android-Smartphones ohne Kartenfach vor allem ein US-amerikanisches Phänomen, doch die technischen Voraussetzungen für diesen Wandel sind in der gesamten Branche bereits vorhanden.
Dabei geht es nicht nur um das Design der Smartphones - auch die Mobilfunkanbieter treiben die Entwicklung voran. Laut dem Marktforschungsunternehmen Juniper, auf das sich TechRadar beruft, erreichten die Umsätze mit Reise-eSIMs im Jahr 2025 schätzungsweise 1,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 85 % innerhalb eines einzigen Jahres.
Kleinere Anbieter, die ihre Dienste vor allem über Apps vertreiben, gewinnen zunehmend Anteile am Roaming-Geschäft, das zuvor weitgehend den klassischen Mobilfunknetzbetreibern vorbehalten war. Die großen Anbieter versuchen deshalb, mit eigenen Reise-eSIM-Tarifen einen Teil dieser Umsätze zurückzugewinnen.
Die wichtigste Ausnahme bleibt China. Dort verhinderten gesetzliche Vorgaben eSIM lange Zeit vollständig, während physische SIM-Karten nach wie vor dominieren. Ähnliches gilt für viele Smartphones, die in Hongkong verkauft werden. Wenn du mit einem eSIM-only-Smartphone nach Festlandchina reist, kann es deshalb schwierig sein, online zu gehen.
Zwei weitere Punkte sind ebenfalls wichtig. Erstens: Ein Smartphone mit SIM-Lock akzeptiert keine eSIM eines Drittanbieters oder Reise-eSIM, solange es nicht entsperrt wurde. Prüfe das also, bevor du dich auf eine solche Lösung verlässt. Zweitens: Ohne Kartenfach gibt es keine physische Ausweichlösung. Bei einem älteren Smartphone konntest du im Notfall jederzeit eine lokale SIM-Karte kaufen oder ausleihen. Auf einem eSIM-only-Gerät besteht diese Möglichkeit nicht mehr, wenn sich ein Profil nicht aktivieren lässt oder dein Anbieter an deinem Aufenthaltsort nicht unterstützt wird.
Für Reisende ist diese Entwicklung in den meisten Fällen tatsächlich eine gute Nachricht. Auf einem modernen iPhone kannst du acht oder mehr eSIM-Profile speichern, deine bevorzugten Optionen für bestimmte Reiseziele hinterlegen und innerhalb weniger Sekunden zwischen ihnen wechseln.
Die Kehrseite ist, dass die physische Absicherung entfällt. Dadurch wird eine Gewohnheit unverzichtbar: Kümmere dich vor dem Abflug um deine mobile Datenverbindung. Die Zeiten, in denen du alles erst nach der Ankunft spontan regeln konntest, gehen zusammen mit dem SIM-Kartenfach zu Ende.
Mit einigen einfachen Schritten bist du für fast jede Situation gerüstet:
Das SIM-Kartenfach hat lange gute Dienste geleistet, doch die Richtung der Entwicklung ist inzwischen eindeutig. Für Reisende, die sich vor dem Abflug fünf Minuten Zeit für die Einrichtung nehmen, bedeutet ein Smartphone ohne Kartenfach ein leichteres, einfacheres Gerät - und keine physische Karte mehr, die verloren gehen kann. Die einzige wirkliche Regel ergibt sich direkt aus dem fehlenden Fach: Bereite alles noch am Boden vor, bevor du in der Luft bist.